Du-Lac-Verlag

heimatverbunden geschichtsbewusst fantasievoll bildhaft

E-Books, die's drauf haben:

“Neulich in der Galaktischen Union” von Miguel de Torres

10. März 2015 von Uwe Post

Neulich erschien im Du-Lac-Verlag ein E-Book, das es in sich hat: Denn nicht allzu häufig finden sich in dieser Konstellation bissiger Humor und souveräne Schreibe zusammen, um einen von vorn bis hinten unterhaltsamen SF-Roman zu produzieren.

Dem Roman “Neulich in der Galaktischen Union” von Miguel de Torres – einem Deutschen, der in Thailand lebt – liegt ein reales Ereignis zugrunde: Vor ein paar Jahren erhielt jemand in Bayern von seinem freundlichen Finanzamt eine (unberechtigte) Forderung über ein paar Milliarden Euro. Zwar nahm das Finanzamt später von der Forderung Abstand, aber ein Steuerberater wird nun einmal prozentual vom fraglichen Geldbetrag bezahlt und stellte eiskalt eine Rechnung über einen siebenstelligen Betrag aus. Dasselbe passiert den bemitleidenswerten Protagonisten in de Torres Roman. Allerdings auf galaktischer Ebene. Ihr Raumschiff wird prompt gepfändet, sie müssen fliehen, landen schließlich in der “Galaktischen Union”, einem Zerrbild unserer EU mitsamt Reality Shows und schwachsinnigem Aktienmarkt. Der Autor reiht mit hohem Tempo eine überraschende Wendung an die andere – so entsteht eine unterhaltsame Satire auf so ziemlich alle Missstände, die dem Autor eingefallen sind. Das ist gleichzeitig der einzige Vorwurf, den man dem Buch machen kann: Wenn Seite für Seite Regierungsgutachten, die GEZ, Bürokratie, Aktienblasen und Busausflüge alle mit dem gleichen Mittel – der maßlosen Übertreibung – auf die Schippe genommen werden, geht das etwas auf Kosten des Storytellings. Man darf daher weder Figuren mit viel Tiefgang erwarten noch darf man sich über “zurechtgeschusterte” Zusammenhänge echauffieren. Macht aber nichts. Witzig ist das Buch allemal, man wird gut unterhalten.

“Neulich in der Galaktischen Union” gibt es überall, wo es E-Books gibt, und außerdem als gedrucktes Exemplar direkt beim Verlag.

Der Link zur Original-Website: https://deutsche-science-fiction.de/?p=3372

Die 2. Ausgabe des E-Books ist erschienen im vss-verlag von Hermann Schladt –Link siehe "LINKS"; das Buch ist nach wie vor beim Du-Lac-Verlag erhältlich.


 

E-Books, die's drauf haben:

“Quantum Suicide” von David Schwertgen
1. Oktober 2015 Von Uwe Post

Neulich erschien ein neues E-Book im Du-Lac-Verlag, der bereits mit einem anderen Werk positiv auffiel. Flugs gelesen, erwies sich auch “Quantum Suicide” von David Schwertgen als Treffer.
Der Autor, dessen Wurzeln unverkennbar im Medien-Milieu liegen, präsentiert ein mehr als ordentlich geschriebenes Erstlingswerk über einen Patienten, der sich in eine neuartige Art der psychologischen Betreuung begibt: Nämlich in eine Simulation. Eine Simulation jedoch, die mit neuen Parametern immer wieder neu gestartet werden kann – bis sie ein ums andere Mal crasht. Dabei geben sich die behandelnden Ärzte auffällig der Egozentrik hin, mit nicht immer erfreulichen Ergebnissen für den Patienten. Das ist amüsant und böse zugleich.
Hervorzuheben ist die temporeiche, farbige Sprache des kurzen, aber knackigen Romans. Am Ende bleibt der Leser ein bisschen ratlos zurück, wenn er eine aufschlussreiche Wendung erwartet hat. Stattdessen erklärt der Autor in einem Glossar und einem Nachwort einige Hintergründe zu den durchaus interessanten, teils realen psychologischen und neurologischen Theorien z. B. über den freien Willen.
Das Buch ist in der elektrischen Version für 4,99 bereits erhältlich, das Softcover soll auf dem BuCon Mitte Oktober erstmals verfügbar sein. Wir geben eine Leseempfehlung und sind gespannt, welche Perlen der modernen deutschen SF der rührige Verleger noch so ans Tageslicht fördern wird.

Der Link zur Original-Website: https://deutsche-science-fiction.de/?s=Quantum+Suicide
Sonderangebot: Das E-Book kostet zur Zeit 1,99 Euro!

 

 Bis Ende September 2018 liegt noch die Ausgabe 3-2018 von der "K-östlich" aus.

Falls vergriffen, bitte im Stadtteilzentrum Agathof  oder bei "Der Druckladen", Leipziger Straße 147, nachfragen.


 

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Zwei Gleichungen aus W. Kimball Kinnisons Mondmathematik: 

Mond + Meteorit schlägt ein = zunehmender Mond

Mond - Astronaut nimmt Mondgestein mit zur Erde = abnehmender Mond.