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29 Dez

Christopher Paolini, Eragon – Die Weisheit des Feuers, Rezension

Auch dieses Buch hat eine kleine Erwerbsgeschichte ... denn ich wollte es eigentlich gar nicht kaufen.

Ich schlenderte durch die Buchabteilung des Kaufhof – um Buchabteilungen kann ich kaum einen Bogen schlagen – um mich einfach mal nur wieder an den vielen Titeln satt zu sehen. Auf einem Grabbeltisch lagen reduzierte Exemplare durcheinander und ich grabbelte sie noch ein wenig durcheinanderer. Dabei erblickte ich einen auf den Unterteil eines Buchblocks aufgedruckten Stempel: „Mängelexempla“ (ohne das abschließende „r“!)

Als Fachmann – ich arbeite in der Druckbranche – interessierte mich natürlich sofort die Beschaffenheit dieses Buchs. Jedoch konnte ich keinerlei Mängel an diesem Werk feststellen, der einzige Mangel war tatsächlich der fehlerhafte Stempel („r“ s. o. ;-)).

Ein Buch zu kaufen, dass einwandfrei in der Verarbeitung war und nur wegen jenes angeblichen Mangels reduziert sein sollte, war der Anreiz für mich, es tatsächlich zu kaufen.

Es ist sicherlich einige Jahre her, aber erst jetzt kam ich auf die Idee, dass es ein Trick gewesen sein könnte, um kaufunwillige Leser zum Kauf eines einwandfreien Buchs zu animieren. 

Sei‘s drum, denn der preiswerte Erwerb hat sich gelohnt, denn der Inhalt hat sich ja durch den „Mängelexempla(r)-Stempel“ nicht in seiner Qualität reduziert. Eragon – die Weisheit des Feuers ist lesenswert. Trotzdem hatte ich im ersten Anlauf nach einigen Seiten das Buch wieder weggelegt und es erst zwei Jahre später wieder als nächste Einschlaflektüre herausgesucht – ich brauche einige Seiten Lesestoff, bevor ich das Licht ausmache. Wenn ich jedoch „Pech habe“, ist ein Stoff so gut, dass ich eben nicht danach gleich einschlafe …

Obwohl ich mit dem dritten Band in diese Serie einstieg, stellte das „Weiterlesen“ ohne Kenntnis der ersten beiden Werke kein Problem dar. In einer kurzen Einführung wird die Handlung der ersten beiden Bände geschildert – ein lobenswerter Ansatz! (Ich las diesen Text nach der 847. Seite noch einmal und verstand dadurch die Zusammenhänge im Nachhinein noch besser.)

Fasziniert bin ich von Christopher Paolini wegen dessen Alter: Dieses Buch schrieb er als Twen! Band eins sogar als Teenager: geschrieben mit 15, den Eltern gezeigt mit 17, groß rausgekommen damit 20. In dem Alter habe ich noch mit dem Schreiben gekämpft: Sollte ich einen Hausaufsatz mit mindestens 20 Zeilen schreiben, war das für mich eine Strafe – heute wäre es für mich eine Strafe, nur 20 Zeilen schreiben zu dürfen.

Viele Autoren ahmen Tolkien nach oder sind von seinem Werk beeinflusst. Trotzdem kann etwas Eigenes entstehen wie bei dem nicht in der Schule sondern zu Hause unterrichteten US-Amerikaner Paolini: Der Reiter Eragon sowie sein Drache Saphira sind inmitten der zahllosen Fantasywelten unzähliger Autoren ein herausragendes Paar – wegen ihrer Einfühlsamkeit, vor allem jener des jungen Menschen. 

Ein krasser Gegensatz ist dazu die Geschichte Rorans, des Cousins von Eragon: Er wird zu einem zweihundert Gegner erschlagenden Haudrauf, fast einem Conan von Cimmeria gleich. Diese Passagen gefielen mir längst nicht so gut wie die Geschichte vom Heranreifen Eragons, der letztendlich ein … Brisingr! – mehr verrat ich nicht.

Die Eragon-Bücher wurden millionenfach gelesen (und gekauft! Da schlägt freudig das Verlegerherz!) – kein Wunder. Empfehlung daher überflüssig.

kinnison

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